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Aktuelles

SPIEL MIT!

Zwiefachen-Musizierabende

DO, 20.01.2022, 19.00-21.30 Uhr

"Rumpertibum" und "Revolution", "Stadtkirche" und "Semaî", so heißen die überlieferten oder neu erschaffenen Zwiefachen, die das Kulturreferat des Bezirks Niederbayern in seiner neuesten Publikation "Rumpertibum. 100 Zwiefache aus Niederbayern" herausgegeben hat. Der reizvolle Taktwechsler fasziniert MusikerInnen, TänzerInnen und ZuhörerInnen gleichermaßen.

Bei einem Musizierabend unter Leitung von Veronika Keglmaier, Kulturreferentin beim Bezirk Niederbayern, werden einige dieser besonderen Melodien ausprobiert - einfache und verzwickte, alte und neue, schöne und noch schönere! Spielfreudige Instrumentalisten sind herzlich willkommen, Vorkenntnisse im Zwiefachen-Spielen sind nicht erforderlich.

Anmeldung unter Tel. 0871 97512-734, kultur@bezirk-niederbayern.de (bitte Instrument angeben).
Die Teilnahme ist kostenlos, es gelten die aktuellen Hygienevorschriften.

Ort: Die Zentrale Zum Rieblwirt, Freyung 631, Landshut


Weitere Termine zum Zwiefachen-Spielen:

DO, 23.02.2022, Kumhausen (Lkr. Landshut), Bürgerhaus
Leitung: Christoph Goldstein
DO, 03.03.2022, Freyung, Volksmusikakademie
Leitung: Veronika Keglmaier
DO, 10.03.2022, Straubing, Gasthaus Sommerkeller
Leitung: Veronika Keglmaier
MI, 16.03.2022, Deggendorf, Gasthaus Zur Knödelwerferin
Leitung: Christoph Goldstein

jeweils 19 - 21.30 Uhr
Teilnahme kostenlos
Anmeldung erforderlich unter Tel. 0871 97512-734, kultur@bezirk-niederbayern.de (bitte Instrument angeben)
Das Projekt VOLKSMUSIK MACHT SCHULE! unter Trägerschaft des Bezirks Niederbayern ist in der Volksmusikakademie in Bayern, die ihren Sitz in Freyung hat, angesiedelt. Es lädt Schülerinnen und Schüler zum Musizieren ein und möchte den Blick junger Menschen auf ihren Lebensraum schärfen: Die Region Niederbayern soll durch die ganzheitliche Erfassung von Traditionen und (musikalischer) Regionalgeschichte mit allen Sinnen erfahrbar werden.

Das Projekt richtet sich an Schulklassen aller Jahrgangsstufen und Schularten.

Detaillierte Informationen unter
www.volksmusikakademie.de/schulprojekt/volksmusik-macht-schule/

VOLKSMUSIKAKADEMIE IN BAYERN

In Freyung im Bayerischen Wald wurde im Mai 2019 die “Volksmusikakademie in Bayern“ feierlich eröffnet! Auf einem Areal mit rund 7.000 qm ist u.a. ein Gebäude mit 13 klang- und schalloptimierten Proberäumen entstanden, deren Größe und Ausstattung perfekt auf die Anforderungen von Volksmusikanten, Sängern und Tänzern zugeschnitten sind. Ein großer Probensaal mit besten akustischen Bedingungen auch für große Blasorchester rundet das Angebot ab.

Im Haupthaus, dem historischen Langstadel, befindet sich außerdem der viel bestaunte Gewölbesaal, in dem es sich auch abends bei Musik, Gesang und Tanz gut feiern lässt.

Der Bezirk Niederbayern unterstützt die Volksmusikakademie finanziell und ist im beratenden Kuratorium tätig.
Informationen über das breite Seminarangebot der Akademie finden sich unter
www.volksmusikakademie.de.
Der ZWIEFACHE wurde vom Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission im Dezember 2016 in das Bundesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen! Das Expertenkomitee würdigte den Zwiefachen als identitätsstiftende Kulturform, die in großer Vielfalt und Lebendigkeit existiert sowie generationsübergreifend begeistert.

Bereits im November 2016 überreichte Kultusminister Dr. Spaenle den Vertretern des Kulturreferats des Bezirks Niederbayern, das den Aufnahmeantrag gestellt hatte, die Auszeichnungsurkunde zur Aufnahme in das bayerische Landesverzeichnis Immateriellen Kulturerbes.
Die Auszeichnung war Anlass für das zweimonatige Festival ZWIEFACH FEIERN!, das vom Kulturreferat des Bezirks Niederbayern organisiert wurde und den Zwiefachen mit 60 Veranstaltungen im September und Oktober 2017 hochleben ließ.

Der Bezirk Niederbayern lobte zudem einen WETTBEWERB für NEUE ZWIEFACHENTEXTE aus. Die originellsten Einsendungen haben wir für Sie veröffentlicht - viel Freude beim Zuhören und Mitsummen!



Vertreter der Volksmusikpflege aus verschiedenen Bezirken und Volksmusikanten freuen sich über die Auszeichnung.












Veronika Keglmaier und Dr. Philipp Ortmeier vom Kulturreferat des Bezirks Niederbayern im Gespräch mit Moderatorin Traudi Siferlinger.
Photos: Steffen Leiprecht















Der Zwiefache ist eine überlieferte, typisch bayerisch-böhmische Musikgattung, die sowohl musiziert, getanzt als auch gesungen wird. Seine Besonderheit besteht im unregelmäßigen Wechsel zwischen Dreiviertel- (Walzer) und Zweivierteltakt (Dreher).

Die älteste bayerische Schriftquelle, die einen Zwiefachen enthält, ist eine um 1740 datierte Musikhandschrift im Stadtarchiv Amberg. Der früheste Begriffsnachweis stammt aus einem Gerichtsprotokoll (Hofmarksgericht Wolfersdorf / Hallertau) vom 12.11.1780. Das älteste Druckwerk mit taktwechselnden Tänzen aus dem Böhmerwald veröffentlichte Johann Ritter von Rittersberg 1825 in Prag. Diese Veröffentlichung gilt auch als frühester gedruckter Nachweis für die gleichnamigen bayerischen Zwiefachen.

Seit dem frühen 20. Jh. bis in die 1950-er Jahre verdichten sich die Zwiefachen-Belege in den zahlreich erfassten ländlichen Musikhandschriften. Die Umfragen des “Atlas der deutschen Volkskunde“ in den frühen 1930er-Jahren weisen in Bayern mehrere hundert Belegorte für Zwiefache aus. Die zur selben Zeit einsetzende bayerische Volksmusikbewegung erhob auch den Zwiefachen zum Gegenstand der Pflege. Seither lässt sich der Zwiefache kontinuierlich und zunehmend in den Nachkriegsjahrzehnten im Repertoire zahlreicher Volksmusikgruppen nachweisen. Beispielgebend für seine Verbreitung waren die Aichacher Bauernmusi (gegr. 1931 von Heini Baronner), die Dellnhauser Musikanten (gegr. 1948 von Michl Eberwein), die Gesangsgruppe Eberwein (Vorgängergruppe gegr. 1925 von Josef Eberwein), die Gesangsgruppe Kriegner (gegr. um 1930 von Hias Kriegner) und Otto Ebner mit seiner Blaskapelle (gegr. 1946). Durch die jahrzehntelange, intensive Zusammenarbeit dieser Gruppen mit dem Bayerischen Rundfunk wurde der Zwiefache in ganz Bayern und darüber hinaus populär. Zahlreiche Publikationen sowie Tonaufnahmen mit Zwiefachen seit Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute dokumentieren die kontinuierliche Präsenz der Musikgattung.

Heute ist der Zwiefache fester Bestandteil der bayerischen Volksmusikszene, die aus unzähligen Instrumental- und Vokalensembles sowie Tanzgruppen besteht. Auf Seminaren der institutionalisierten Volksmusikpflege (Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e. V., bayerische Bezirke, Kreisvolksmusikpfleger) sowie durch viele Einzelinitiativen auf Vereinsebene wird für die Weitergabe des Zwiefachen in seinen instrumentalen, vokalen und getanzten Formen und Varianten gesorgt.

Generell kommt den bayerischen Institutionen der Volksmusikpflege große Bedeutung zu, indem sie für die Dokumentation und Weitergabe der reichen Zwiefachen-Überlieferung die Grundlagen liefern: Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern, Volkskulturarchiv des Bezirks Niederbayern, Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, Oberpfälzer Volksmusikarchiv, regionale Volksmusikstellen des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Doch auch ungeachtet dessen genießt der Zwiefache in der musisch orientierten Bevölkerung breite Akzeptanz und Präsenz. Dies ist umso bemerkenswerter, als damit sein Gebrauch auch außerhalb der organisierten Volksmusikpflege funktioniert. Er erklingt auf Hochzeiten und Faschingsbällen ebenso wie in Bierzelten oder auf Feuerwehrfesten und bei Schützenjubiläen.

[aus dem Antrag auf Aufnahme des Zwiefachen in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes, verfasst von Dr. Maximilian Seefelder und Dr. Philipp Ortmeier, Kulturreferat Bezirk Niederbayern]
Tradmusik.net: Ein Portal für traditionelle Musikkultur in Bayern

tradmusik.net ist ein Projekt zur Vernetzung von Institutionen und Organisationen unterschiedlicher Trägerschaft, die sich in Bayern haupt-, neben- oder ehrenamtlich mit der Sammlung, Archivierung, Aufbereitung und Publikation traditioneller Musik beschäftigen. Aus den unterschiedlichen Sammlungen wird eine gemeinsame Datenbank gespeist.

tradmusik.net will als Informationsplattform und wissenschaftliches Forschungsinstrument sowohl die Grundlage für regional vergleichende Musikforschung bieten als auch die zahlreichen Bemühungen zur Pflege traditioneller Musikkultur unterstützen.

Eine Übersicht über Ansprechpartner vor Ort erleichtert den Zugang zu den Beständen; digitale Angebote stehen für Interessierte, Musiker oder zu Forschungszwecken zur Verfügung.

Hier kommen Sie zur Internetseite von tradmusik.net!
Kostenloser Notendownload

Hier können Sie regionales Notenmaterial für verschiedene Besetzungen einsehen und kostenfrei herunterladen. Josef Wimmer aus Büchlberg hat zahlreiche Musikstücke für Blechbläserensembles und Tanzlmusik bis hin zu Streicherbesetzungen eingerichtet und sie für den praktischen Gebrauch zur Verfügung gestellt. Ebenso hat Peter Wutzer aus Neustadt a.d. Donau viele Stücke für Tanzlmusik eingerichtet - beiden ein herzliches Dankeschön dafür!

Die Noten sind GEMA-frei und können kostenfrei öffentlich aufgeführt werden.
Alle Rechte zur Veröffentlichung des Notenmaterials sind vorbehalten!

Das zur Verfügung gestellte Notenmaterial finden Sie unter unserem Menüpunkt “Notendownloads“.
NEU: Publikation “RUMPERTIBUM. 100 Zwiefache aus Niederbayern“

Das Interesse an Zwiefachen hält seit Jahrzehnten an - der reizvolle Taktwechsler fasziniert Musiker, Tänzer und Zuhörer gleichermaßen. Das Kulturreferat des Bezirks Niederbayern hat für seine neue Publikation RUMPERTIBUM 100 interessante Zwiefachenmelodien ausgewählt, die noch nicht vielfach veröffentlicht sind. Sie entstammen dem Volkskulturarchiv des Bezirks Niederbayern, das zahlreiche Musiknachlässe aus Niederbayern und angrenzenden Gebieten enthält. Wen machen so klangvolle Titel wie "Rumpertibum", "Radltragn" oder "Revolution" nicht neugierig? Neben vielen überlieferten Raritäten wurden auch Kompositionen und Bearbeitungen zeitgenössischer Musiker aufgenommen. Sie zeigen, dass das 21. Jahrhundert durchaus seine Spuren in der Musikgattung hinterlässt und Zwiefache auch in einer modernen Variante einen starken Reiz entwickeln. Die Melodien sind zweistimmig gesetzt und mit Harmonieangaben versehen. Detaillierte Einführungstexte beleuchten die historische Entwicklung der Gattung, und Kommentare zur Namensgebung einzelner Melodien versehen die Sammlung mit einem Augenzwinkern.

Ein ganzer Reigen von Zwiefachenkennern und -liebhabern hat an der Publikation mitgewirkt: Willi Bauer, Sven Ochsenbauer, Veronika Hofer, Matthias Pürner, Stefan Straubinger, Anna Veit, Lisa Wahlandt, Veronika Keglmaier, Dr. Maximilian Seefelder und Christoph Goldstein sorgen für eine abwechslungsreiche Auswahl an Melodien - eine spannende Mischung aus Überlieferung und Moderne!

Die Publikation erscheint Anfang Dezember 2021. Bestellungen können bereits jetzt an kultur@bezirk-niederbayern.de geschickt werden.

Und so schaut's aus: Titelbild_Rumpertibum.pdf
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